Sterbegeldversicherung: Was Erben wissen sollten

Abbildung 1: einen geliebten Menschen zu verlieren, ist stets ein Schock. doch wie geht es danach mit den Formalitäten weiter?

Stirbt ein geliebter Mensch, haben die Angehörigen oft für Vieles einen Kopf, nur nicht dafür, sich um die harten Fakten zu kümmern. Dennoch erfordern die Formalitäten rund um die Beerdigung in den Tagen nach dem Todesfall alle Kraft. Haben die Angehörigen Glück, hat der Verstorbene einen Bestattungsvorsorgevertrag geschlossen, der den Angehörigen die schwierigsten Entscheidungen abnimmt. Ist dies nicht der Fall, müssen sich die Hinterbliebenen selbst um die Bestattung kümmern. Nun kommt natürlich die Sterbegeldversicherung mit ins Spiel. Aber was gibt es dazu zu wissen?

 

Sterbegeldversicherung informieren

Die Sterbegeldversicherung zahlt im Todesfall des Versicherten eine bestimmte Summe, die für die Kosten der Beerdigung eingesetzt werden kann. In der Regel wird eine solche Versicherung zu Lebzeiten von jedem für sich selbst abgeschlossen. Somit liegt es am jeweiligen Erben, sich nach dessen Tod um die Formalien zu kümmern und die Versicherung zu informieren.

Manche Verträge sehen es direkt vor, einzelne Personen als Empfänger zu vermerken. Das sind in der Regel die direkten Lebenspartner oder Kinder des Verstorbenen. Ist dies geschehen, erkennt die Sterbegeldversicherung natürlich die im Vertrag als Beziehungsberechtigter bezeichnete Person direkt an. Ansonsten richten sich die Empfänger nach der gesetzlichen Erbfolge, da diese auch bestimmt, wer für die Beerdigung zuständig ist. Was kompliziert klingt, ist aber heute häufig die Dienstleistung eines Beerdigungsinstituts:

  • Beauftragung – die Hinterbliebenen suchen ein Beerdigungsinstitut auf. Diesem legen sie auch den Vertrag zur Sterbeversicherung vor. Da die Hinterbliebenen, die das Institut aufsuchen, allgemein diejenigen sind, die ohnehin für die Beerdigungskosten einstehen, ist die Rechtsfrage größtenteils geklärt.
  • Dienstleistung – die Hauptaufgabe des Bestatters ist die Beerdigung. Allerdings übernimmt er in der Regel im Rahmen des Pakets auch die Kommunikation mit Versicherungen. Liegt eine Sterbegeldversicherung vor, kontaktiert der Bestatter dieser. Dieser Weg ist vorteilhaft, denn zumeist erhält auch der Bestatter die notwendige Sterbeurkunde, da er über das Stammbuch und die Geburtsurkunde die Sterbeurkunde anfordert.
  • Abrechnung – die meisten Bestatter erhalten das Geld der Sterbegeldversicherung, rechnen ihre Dienstleistungen ab und erstatten einen etwaigen Überschuss an die Hinterbliebenen.

Natürlich können Hinterbliebene auch selbstständig die Sterbegeldversicherung informieren und das Geld anfordern. Eine Problematik hierbei ist, dass es zu erheblichen Verzögerungen kommen kann, wenn keine im Vertrag als berechtigt bezeichnete Person hinterlegt ist. Nun ist es nämlich notwendig, die Erbfolge zu beachten. Sollte beispielsweise die Enkelin für die Beerdigung einstehen, weil sich der Sohn der Verstorbenen nicht kümmert, wird es kompliziert. Die Enkelin steht nämlich in der Erbfolge hinter dem Sohn, sodass dieser laut Erbfolge bezugsberechtigt ist. Die Enkelin müsste also mit dem direkten Erben klären, wer letztendlich für die Kosten aufkommt. Sicherlich ist er dem Gesetz nach verpflichtet, doch da die Beerdigung in der Regel vor der Beendung aller Streitigkeiten bezahlt werden muss, tritt die Enkelin in Vorkasse.

Wer diese Problematiken vorzeitig verhindern will, der sollte der Sterbegeldversicherung immer eine bezugsberechtigte Person mitteilen. Diese kann notfalls übrigens vom Versicherungsnehmer geändert werden. Noch einfacher ist natürlich der Abschluss einer Bestattungsvorsorge, in deren Rahmen die gesamte Beerdigung noch zu Lebzeiten bestimmt und ausgearbeitet wird. Der Versicherte tritt nun direkt dem Bestattungsinstitut seiner Wahl die Sterbegeldversicherung ab, die nun das Bestattungsinstitut als empfangsberechtigt deklariert.

 

Welche Dokumente sind vorzulegen?

Um die Versicherungssumme für die Beerdigungskosten in Anspruch nehmen zu können, sind zur Auszahlung dieser verschiedene Dokumente notwendig. Damit wird schlussendlich belegt, wer erb- und somit anspruchsberechtigt und dass der Versicherte auch tatsächlich verstorben ist. In den Versicherungsverträgen können Versicherungsnehmer entscheiden, welche Dokumente letzten Endes wichtig sind. Möglich sind:

  • Versicherungsschein - das ist an und für sich der Klassiker, denn dieser enthält all die Angaben, die für die Versicherung notwendig sind, um den Vertrag aufzufinden.
  • Geburtsurkunde - die bescheinigt, dass die Anforderung des Geldes wirklich aufgrund der versicherten Person erfolgt. Zudem ist die Geburtsurkunde auch ein markantes Merkmal der Erbfolge. In der Regel erhalten nur die direkten Verwandten den Zugriff auf das Familienstammbuch.
  • Sterbeurkunde - sie ist immer notwendig, denn sie allein bescheinigt, dass der Versicherungsnehmer verstorben ist. Meldet der Bestatter den Tod, hat er die Geburts- und Sterbeurkunde zur Hand.
  • Bescheinigung über die Todesursache - sie wird von den Tod feststellenden Arzt ausgestellt. Dies ist ein Pflichtvorgang, die Bescheinigung muss nur angefordert werden.
  • Erbschein - dieser ist notwendig, wenn kein Bezugsberechtigter genannt wird. Er ist insbesondere dann notwendig, wenn schon aus dem Familienbuch hervorgeht, dass mehrere Erben infrage kommen.

Problematisch wird es, wenn der Tod eine Krankheitsfolge oder einen Unfall zur Folge hat. Nun werden nicht selten weitere Unterlagen zum Krankheitsverlauf benötigt. Verstirbt ein Versicherungsnehmer schlichtweg im sehr hohen Alter, so gibt es keine Probleme. Bei einem Suizidfall kann es sein, dass der Versicherer die Leistungspflicht an eine Frist koppelt. So ist es durchaus möglich, dass beispielsweise fünf Jahre nach Vertragsschluss keine Zahlung erfolgt.  

Die Ausstellung eines Erbscheins kann hingegen mehrere Wochen dauern. Die Zeitspanne hängt stets von der Auslastung des zuständigen Gerichts ab.

Wie lange dauert die Auszahlung?

Genaue Aussagen sind hier nicht zu treffen. Vielfach hängt die Dauer vom Vertrag an sich ab, der Todesfolge, aber auch den Erben. Für Hinterbliebene ist das natürlich tragisch, denn nicht jeder hat die Möglichkeit, Bestattungskosten zu bezahlen. Daher gilt:

  • Person festlegen – vor dem Todesfall sollte möglichst im Vertrag eine bezugsberechtigte Person festgelegt werden. Wer das nicht will, der sollte einen Bestattungsvorsorgevertrag abschließen und den Bestatter als bezugsberechtigt angeben.
  • Bestatter – geht es in erster Linie darum, dass Hinterbliebene aus finanziellen Gründen nicht in der Lage sind, in Vorleistung zu treten, so bietet es sich an, die Unterlagen rund um die Sterbeversicherung gleich dem Bestatter auszuhändigen. Da eine Sterbegeldversicherung zumeist zweckgebunden ist, agiert die Versicherung mit einem Bestatter wesentlich einfacher und rechnet mit diesem ab. Bleibt ein Restbetrag über, ist für dessen Erhalt natürlich ein Erbschein notwendig.

Wichtig ist, dass die Urkunde über die Sterbegeldversicherung niemals mit dem Testament bei einem Notar oder im Schließfach hinterlegt werden sollte. Hierauf kann erst nach der Testamentseröffnung oder mit Erbscheinen zugegriffen werden. Stattdessen sollte der Angehörige, der auch für die Beerdigung rechtlich zuständig ist (die ersten Erben), zumindest eine Kopie der Urkunde haben und im Vertrag genannt sein.

 

Fazit – möglichst vor dem Tod Fehler ausschließen

Tritt ein Todesfall ein, ist das Kind oft schon in den Brunnen gefallen. Denn nicht in jedem Todesfall ist es klar ersichtlich, wer erbberechtigt ist. Versicherte sollten immer eine bezugsberechtigte Person benennen oder gleich einen Bestattungsvorsorgevertrag abschließen. Ansonsten kann es im Notfall durchaus dauern, bis das Geld der Versicherung bereitsteht.

Bildquellen: Abbildung 1: @ Mayron Oliveira / Unsplash.com