Finanzielle Vorsorge für den Sterbefall

Wer frühzeitig vorsorgt, erspart den Hinterbliebenen finanzielle Engpässe. Fotolia.com © aletia2011 # 195883145

Viele Menschen haben eine klare Vorstellung davon, wie sie bestattet werden wollen. Die Angehörigen möchten diesem Wunsch gerne gerecht werden, müssen aber in vielen Fällen Kompromisse eingehen, um für die Kosten aufkommen zu können. Damit die Hinterbliebenen nicht in diese missliche Lage geraten, empfiehlt es sich, frühzeitig finanziell vorzusorgen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

 

Warum ist eine finanzielle Vorsorge sinnvoll?

Eine Bestattung kostet im Durchschnitt 6.000 Euro, aus denen unter Umständen auch schnell 10.000 Euro werden können. Die einzelnen Kostenpunkte fallen unterschiedlich hoch aus, je nachdem, auf welche Art und in welchem Umfang die Bestattung erfolgen soll. Hinzu kommt, dass die Friedhofsgebühren in den Kommunen unterschiedlich hoch sind und dass auch andere Kostenpunkte in Abhängigkeit vom Anbieter schwanken.

Diese Kosten können bei den Hinterbliebenen erhebliche finanzielle Probleme verursachen, da sie seit dem Jahr 2004 für die Bestattung aufkommen müssen. Jedenfalls, sofern der Verstorbene keine Vorsorge getroffen hat.

Nur die wenigsten können es sich leisten, das Geld für die bevorstehenden Bestattungskosten auf einen Schlag aufzuwenden. Wer sich jedoch früh genug um die Vorsorge kümmert, kann monatlich einen überschaubaren Betrag auf ein Spar- oder ein Treuhandkonto einzahlen. Typische Vorsorgemaßnahmen sind die Sterbegeldversicherung, die Risikolebensversicherung und die Bestattungsvorsorge.

 

Sterbegeldversicherung

Eine Form der finanziellen Vorsorge für den Todesfall ist die Sterbegeldversicherung. Sie ermöglicht es, durch einen recht geringen monatlichen Beitrag eine ausreichende Todesfallsumme abzusichern. Im Todesfall geht die Versicherungssumme gegen Vorlage der Sterbeurkunde des Versicherten direkt an die Beziehungsberechtigten, die im Versicherungsvertrag festgelegt sind. Das können die Erben sein, der Bestatter, Angehörige oder Freunde. Dadurch entsteht keine finanzielle Belastung für die Hinterbliebenen, weil die anfallenden Kosten umgehend gezahlt werden können.

Bei einer Sterbegeldversicherung bleibt zu entscheiden, ob eine Gesundheitsprüfung erfolgen soll oder nicht. Fotolia.com © rocketclips # 225777727


Wie hoch die monatlichen Beiträge für die Sterbegeldversicherung ausfallen, hängt vom Alter des Versicherten und von der Versicherungssumme ab: Je älter Sie bei Vertragsabschluss sind und je höher die Summe ist, desto höher ist der Beitrag. Außerdem ist zu beachten, dass es für die Sterbegeldversicherung zwei verschiedene Modelle gibt: Einmal den Versicherungsschutz mit Gesundheitsprüfung und einmal ohne Gesundheitsprüfung. Der Unterschied besteht darin, dass die Versicherungssumme beim ersten Modell sofort ausgezahlt wird, während es beim zweiten Modell eine Wartezeit von einem oder mehreren Jahren gibt. Sie müssen demnach entscheiden, ob Sie die Gesundheitsfragen beantworten möchten oder nicht.

Die Fragen beziehen sich auf lebensbedrohliche Erkrankungen und Aspekte im Lebenswandel, die die Gesundheit beeinträchtigen (Alkohol- und Tabakkonsum, starkes Übergewicht). Wichtig ist, dass die Angaben wahrheitsgemäß sind und nichts verschwiegen wird. Sollte sich herausstellen, dass wichtige Angaben fehlen, kann die Versicherung die Auszahlung verweigern. Je nach Alter und vorhandenen Leiden kann es sinnvoll sein, auf die Gesundheitsprüfung zu verzichten und dafür lieber die Wartezeit in Kauf zu nehmen.

 

Risikolebensversicherung

Eine weitere Form der Absicherung für den Todesfall bietet die Risikolebensversicherung. Im Gegensatz zu einer Sterbegeldversicherung, die dafür gedacht ist, die Bestattungskosten abzudecken, können Sie mit einer Risikolebensversicherung die Versorgung der Hinterbliebenen sicherstellen. Es geht dabei um die Ausgaben, die beim Lebenspartner oder der Familie monatlich anfallen. Neben den Lebenshaltungskosten für Essen, Kleidung, die Ausbildung der Kinder und dergleichen können das auch Kreditzahlungen für das Haus sein.

Diese Ausgaben zu stemmen, kann schwierig werden, wenn durch einen Todesfall plötzlich ein Einkommen wegfällt, womöglich sogar das des Hauptverdieners. Eine Risikolebensversicherung fängt im Ernstfall die finanziellen Folgen auf und bewahrt die Hinterbliebenen vor einem möglichen Ruin.

Im Todesfall wird die vereinbarte Versicherungssumme an eine bezugsberechtigte Person oder einen Erben nach der gesetzlichen Erbfolge ausgezahlt. Empfohlen wird eine Versicherungssumme, die das Drei- bis Fünffache des Jahresbruttoeinkommens beträgt. Der Betrag wird deswegen so hoch angesetzt, um die Begleichung etwaiger Kreditschulden zu ermöglichen und um für die ersten Jahre nach dem Todesfall das fehlende Einkommen zu kompensieren. Die Laufzeit sollte so gewählt werden, dass die Kinder nach Ablauf finanziell auf eigenen Beinen stehen. Außerdem sollte die Laufzeit lang genug sein, sodass sie mindestens bis zur Tilgung von Krediten und anderen Verbindlichkeiten reicht.

 

Die Bestattungsvorsorge

Mit einer Bestattungsvorsorge können Sie Ihre Beerdigung nicht nur im Vorfeld finanzieren, sondern auch organisieren. Dazu schließen Sie einen Werksvertrag mit einem Bestatter ab. Diese wählen Sie selbst aus, sodass die Bestattungsvorsorge finanziell sowie bezüglich seiner Arbeitsweise und der Umsetzungsmöglichkeiten zu Ihren persönlichen Vorstellungen passt. Am besten holen Sie sich mehrere Angebote verschiedener Bestatter ein und entscheiden sich dann, mit dem Sie den Vertrag abschließen möchten.

Sie bestimmen bei einer Bestattungsvorsorge alles, was zu einer Beerdigung gehört. Von der Art der Bestattung über die Blumendekoration bis hin zum Ablauf. Auch andere persönliche Wünsche können Sie ansprechen und mit dem Bestatter im Vertrag festhalten. Etwa, ob Sie bestimmte Gegenstände mit ins Grab nehmen möchten, welche Musik gespielt werden soll oder in welchem Umfang die Trauerfeier gestaltet werden soll.

Dieser Vertrag ist als Ihr letzter Wille unantastbar. Er kann nicht von Ihren Erben verändert werden und hat Vorrang vor der gesetzlich vorgeschriebenen Totenfürsorgepflicht. Somit fungiert eine vertraglich festgeschriebene Bestattungsvorsorge ähnlich wie eine Bestattungsverfügung, nur dass auch finanziell vorgesorgt wird.