Die Bestattungskosten - Situation 2018

Statistiker führen in Deutschland nicht nur Buch zu den Geburten oder Eheschließungen. Das Statistische Bundesamt befasst sich auch mit der Zahl der Verstorbenen. 2016 lag die Zahl der Sterbefälle in Deutschland bei 911.000. Im Vergleich zum Vorjahr eine Verringerung um 1,5 Prozent. Fakt ist: Deutschlands Bevölkerung wird immer älter. Unbestritten ist aber auch, dass der Mensch irgendwann aus dem Leben scheiden muss. Schon biologisch ist das Ende der Lebenszeit vorgesehen. Der Tod hat letztlich viele Facetten. Eines ist er aber immer: Für die Hinterbliebenen ein Trauma.

In Deutschland gelten bereits seit Jahrzehnten strenge Regeln, was das Thema Bestattung betrifft. So ist es beispielsweise hierzulande nicht möglich, den Verstorbenen einfach auf seinem Grundstück eine letzte Ruhestätte zu geben. Auch ein Verstreuen von Asche geht nicht ohne Weiteres. Die starke Reglementierung hat zur Folge, dass gewisse Rahmenbedingungen einzuhalten sind. Allgemein gilt: Es geht nicht ohne Sarg und Friedhof. Damit stellt sich automatisch die Frage: Wie teuer ist eine Bestattung im Jahr 2018?

 

Kostenentwicklung der letzten Jahre

Wie teuer ist eine Bestattung? Eine Antwort auf diese Frage ist pauschal nicht möglich. Zu viele individuelle Faktoren, vom Ort der Bestattung über die Sargwahl und die Bestattungsform, haben Einfluss. Schätzungen gehen allerdings dahin, dass Hinterbliebene Summen zwischen 5.000 Euro bis 6.000 Euro einzuplanen haben. Selbst eine sehr günstige anonyme Bestattung kann immer noch mehr als 3.000 Euro kosten.

Wie haben sich die Preise für Bestattungen in den letzten Jahren entwickelt? Selbst hier ist eine Antwort schwierig. Fakt ist allerdings, dass in den vergangenen Jahren die Zahl jener Haushalte, welche mit einer Bestattung finanziell überfordert sind, gestiegen ist. 2006 mussten Sozialämter, laut eines Presseberichts der Wirtschaftswoche, noch 13.800 Fälle bearbeiten. 2013 waren bereits mehr als 23.000 Haushalte auf finanzielle Hilfe der Sozialämter bei Bestattungen angewiesen.

2016 kostete eine Sozialbestattung im Schnitt knapp 2.600 Euro. Wie stark die Kosten gestiegen sind, lässt sich aus Medienberichten nur bedingt herauslesen. Ein Grund ist die unzureichende Datenbasis.

 

Was macht Bestattungen teuer?

Fakt ist, dass in der Vergangenheit die Kosten für Beisetzungen gestiegen sind. Verantwortlich hierfür sind verschiedene Aspekte. Auf der einen Seite werden beispielsweise Särge und Totenbekleidung teurer. Andererseits muss ein Bestatter höhere Kosten, sei es nun Energie (zum Beispiel Strom) oder höhere Löhne, weiterreichen.

Zum Teil gehen steigende Bestattungskosten aber auch auf Gebührenanpassungen zurück. In der Vergangenheit haben viele Kommunen an der Gebührenschraube gedreht. Die Gebühren für die Friedhofsnutzung, sprich die Grabstätte mit Grabpflege, sind in der Vergangenheit teils sehr deutlich nach oben gegangen. Im Einzelfall lagen die Veränderungen bei mehreren hundert Euro. Für Hinterbliebene wird die Situation natürlich nicht einfacher.

 

Wie lassen sich die Kosten niedrig halten?

Steigende Bestattungskosten werden zu einem Problem. Besonders Hinterbliebene, die beim Geld etwas genauer hinschauen müssen bzw. wo das Erbe die Beerdigungskosten nicht deckt, geraten sehr schnell in ein Dilemma. Wo den Rotstift ansetzen ohne dabei die Bestattung zur „Farce“ werden zu lassen?

Im Hinblick auf Kosten wie:

  • Kremation
  • Leichenschau oder
  • Sterbeurkunde

gibt es keinen großen Spielraum. Allerdings bietet sich durchaus beim Sarg oder der Urne die Möglichkeit, gewisses Sparpotenzial auszuloten und auszunutzen.

Beispiel Feuerbestattung: Aufgrund des Sargzwangs in Deutschland erfolgt die Kremation (also die Verbrennung) des Verstorbenen immer im Sarg. Hierfür werden spezielle Feuersärge ohne Beschläge angeboten. Da der Sarg im weiteren Verlauf keine Rolle mehr spielt, kann hier auf ein kostengünstiges Modell gesetzt werden.

Darüber hinaus ist es in der Regel möglich, Totenkleidung selbst zu stellen. Auch die Gestaltung der Trauerhalle für die Trauerfeier können Hinterbliebene selbst übernehmen. Insgesamt sind auf diese Weise um mehrere hundert Euro niedrigere Kosten möglich. Im Hinblick auf die Friedhofsgebühren für die Grabstätte ist das Sparen so eine Sache.

Ein einfaches Urnengrab oder ein Platz im Kolumbarium ist vergleichsweise günstig. Wahlgräber werden schnell teurer, geben dem Verstorbenen bzw. den Hinterbliebenen auf der anderen Seite deutlich mehr Einflussmöglichkeiten. An diesem Punkt ist abzuwägen, wie pietätvoll die Art der Grabstätte am Ende ist und wie die Wünsche des Verstorbenen ausgesehen haben. Ein Teil wünscht sich sogar die halbanonyme Bestattung schon zu Lebzeiten.

 

Änderungen in der Bestattungskultur

Beisetzungskosten hängen stark von Faktoren wie den Friedhofsgebühren ab und wie teuer die Bestatter vor Ort sind. Bedeutet: Der Regionalfaktor hat starken Einfluss auf die Kosten einer Bestattung. Aber nicht nur dieser Aspekt spielt eine Rolle. Es kommt auch darauf an, für welche Form der Beisetzung sich Verstorbene entscheiden.

Beispiel Urnen- und Reihengrab: Beide sind typische Grabstätten, die in Deutschland auf Friedhöfen Standard sind. Beim Nutzungsrecht für 20 Jahre unterscheiden sich beide Grabstätten schnell um mehr als den Faktor 2. Heißt für die Praxis, dass eine Erdbestattung allein beim Nutzungsrecht schnell doppelt so teuer wie die Feuerbestattung ist. Welche Bestattungsarten sind heute üblich?

 

Erdbestattung: Lange die Nummer 1

In vielen Religionsgemeinschaften ist eine Bestattung des unversehrten Leichnams vorgeschrieben. Eine Glaubensvorschrift, die auch im Christentum auftaucht. Bestattungen dieser Form erfolgen heute auf Friedhöfen, in Form eines Reihen- oder Wahlgrabs. Ehepartner lassen sich sehr oft nebeneinander bestatten, in einem Doppelgrab.

Zum Erdgrab gehört in der Regel eine umfassende Pflege, hinsichtlich der Errichtung eines Grabsteins. Letzterer erhöht die Kosten für die Bestattung noch einmal erheblich, da der Grabstein schnell 2.500 Euro bis 3.500 Euro kosten kann.

 

Feuerbestattung: Inzwischen eine gefragte Beisetzung

Feuerbestattungen existieren bereits seit einigen Jahrzehnten und werden immer häufiger in Anspruch genommen. Gerade die Kirche sträubte sich allerdings anfangs gegen diese Bestattungsvariante. Aufgrund des in Deutschland bestehenden Sargzwangs wird die Verbrennung eines Verstorbenen immer im Sarg vorgenommen.

Mittels Plakette eindeutig zu identifizieren, wird die Asche nach der Kremierung in eine Aschekapsel gefüllt. Letztere wird in einer Schmuckurne aufbewahrt. Mittlerweile wird die Feuerbestattung so oft nachgefragt, dass sie zur Erdbestattung eine echte Konkurrenz geworden ist. Die Beisetzung kann in einem Urnengrab, einem Kolumbarium oder Ähnlichem erfolgen.

 

Baumbestattung: Beisetzung im Grünen?

Baumbestattungen gehören zu den alternativen Beisetzungsriten, welche in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben. Verstorbene bzw. deren Asche wird auf speziellen Arealen beigesetzt, in abbaubaren Urnen.

Waldfriedhöfe verbinden diese moderne Bestattungskultur mit dem Konzept der Erdbestattung. Da die Gebühren sehr stark vom Betreiber des jeweiligen Friedhofs beeinflusst werden, sind pauschal Kosten für diese Form der Bestattung nicht zu nennen.

 

Seebestattung: Ursprünglich für Seeleute

Die Beisetzung auf See war ursprünglich eine Notbestattung bzw. Seefahrern vorbehalten. Heute werden Seebestattungen immer wieder nachgefragt. Nach der Kremierung wird die Asche in eine Urne gefüllt, welche sich nach einiger gewissen Zeit im Seewasser auflöst.

In Deutschland können Seebestattungen nur in bestimmten Arealen mit ausreichend Abstand zu Küste durchgeführt werden. Was sich hier deutlich bemerkbar macht, sind die fehlenden Kosten der Grabpflege. Dafür ist die Überführung deutlich teurer als bei anderen Bestattungstypen.

 

Fazit: Beisetzungen werden teurer

Jedes Jahr sterben in Deutschland mehrere hunderttausend Personen. Entsprechend geltender Gesetze müssen Verstorbene ordnungsgemäß bestattet werden. In den letzten Jahren haben sich parallel zur Erd- und Feuerbestattung einige alternative Formen entwickelt. Egal, wie sich Verstorbene zu Lebzeiten entschieden haben, die Kosten für eine Beisetzung sind in der Vergangenheit mitunter deutlich gestiegen. Auf der einen Seite haben die Bestatter ihre Preise angepasst, auf der anderen Seite sind es Veränderungen bei den kommunalen Gebühren. Eine Entwicklung, die auch in Zukunft anhalten wird und Bestattungen am Ende teurer macht.